Aphorismen – Tagebuch V (Jürgen Kremser)

09.08.2015

Die Krise führt zur Selbstversorgung in Spanien:

http://www.la-palma-aktuell.de/cc/news.php

vom 06.08.2015 von Ingrid & Mathias Siebold:

Ist die Krise schon vorbei?
Weniger “Chinos” und “Compramos Oro”

Nein, ich kann das Gras nicht wachsen hören, es ist der Wind, der es zum rascheln bringt. – Auch weiß ich nicht, wann denn die fragwürdige Zeit, die wir hier fast verniedlichend bis ärgerlich als “crisis” bezeichnen, zu Ende geht, und wahrscheinlich muss das ja eh jeder für sich alleine beschließen, denn auch in der allersten Welt gibt es Leute, die mit ihrem Gehalt so gar nicht über die Runden kommen. – Allerdings haben über 30% Arbeitslosigkeit und schlechteste Aussichten für Jugendliche hier schon einen robusten Blues geblasen, und seit Ende 2007 sprechen wir deshalb hier auch von der Krise. – Diese Krise hat viele Gesichter, manche haben sogar gewonnen dadurch, man möchte es kaum glauben, aber es ist so. – Äußerlich haben wir uns hier auf der Inseln niemals das Krisengesicht gegönnt, in einer ländlichen Region, und das sind wir zweifelsohne, muss hohe Arbeitslosigkeit und wenig Geld nicht unbedingt ins Elend führen, so wie das in Ballungsräumen ohne ländlichen Hintergrund schon viel eher der Fall ist. – Man musste und muss schon genau hingucken um festzustellen, dass hier immer noch zu wenig Geld unterwegs ist, um unsere, in den Aznar-Jahren geweckten Erwartungen zu erfüllen. – Nein, nicht wieder die Diskussion, wer denn schuldiger war, Aznar, weil er uns verschuldet hat, oder Zapatero weil der versucht hat die Schulden wegzulächeln und nichts getan hat, und wieso denn überhaupt, die allermeisten Privatleute haben gar keine Schulden, sondern einfach zu wenig Geld. – Aber auf dem Land ist es möglich, die Krise besser und einfacher abzureiten. – Die meisten Leute wohnen in Eigentum, viele junge Leute sind aus Mietwohnungen wieder ausgezogen und zu den Eltern zurück, und dann ist da eben noch das, was man Nachbarschaftshilfe nennt, und der eigene Garten. – Tauschgeschäfte sind längst wieder an der Tagesordnung, da wird auch der Schritt über die Grenze hin zur Schwarzarbeit großzügig verschoben, leben und leben lassen hängt manchmal auch vom Weggucken ab.

Seit dem Jahr 2007 ist ein, für fremde Besucher archaisch wirkendes Arbeitsgerät wieder häufiger in Betrieb, die Guataca. – Eine schwer zu beschreibende Hacke mit zwei Spitzen und einem viel zu kurzen Stil, der einen fromm in die Bücke zwingt bei der Feldarbeit, aber mit andere Geräten kommt man bei unserer steinigen Erde einfach nicht voran. – Überall wurden plötzlich die kleinen Gärten wieder bestellt, “huertas” genannt, und so der Weg in den Supermarkt seltener und auch mehr Hühner und Kaninchenställe kann man wieder beobachten, die Leute wissen sich halt zu helfen. – Allerdings sind es meist alte Leute, welche dort die schwere Hacke in den Boden schlagen, denn auch hier haben wir bereits eine Generation “Gemüse im Supermarkt-Käufer” großgezogen und viele aus unserer Altersgruppe waren und sind vielleicht sogar stolz darauf, dass unsere Kinder niemals diese Hacke in die Hand nehmen mussten. – Wichtig dabei ist halt, dass die Erde, in welche du die Kartoffeln setzt, deine eigene ist, und das trifft hier in den allermeisten Fällen zu. – Wer hier fremd ist, dem fällt das aber sicher nicht auf, dass wieder in mehr Gärten Kartoffeln als Unkraut wachsen, aber leerstehende Läden, das nimmt jeder wahr. – Da blicken wir vor allem nach Santa Cruz und Los Llanos, und im ersten Fall ist es nicht nur die Krise, welche dem Einzelhandel deutlich zugesetzt hat, sondern das Umfeld, oft als Speckgürtel betitelt hat aufgerüstet mit Läden auf der Grünen Wiese, und was der Gemeinde Breña Alta lieb und steuerträchtig ist, das setzt der Gemeinde Santa Cruz zu. – In unserer Hauptstadt findet eben neben der “normalen Krise” auch noch ein Strukturwandel statt, Ikea und Lidl schlagen eben wohl Lücken in den konservativen Handel.

Aber auch in Los Llanos hat sich der Handel stark ausgedünnt, da war aber auch vieles auf Pump und ewiges Wachstum gesteuert, und in manche Läden, aus denen ein Traditionsbetrieb verschwand, setzten sich “Chinos” also Chinesen rein, welche mit ihren Billig-Läden dem angestammten Handel wohl zu schaffen machten und machen. – Die Ein-Euro-Läden sind eigentlich komplett verschwunden, und Haushaltswarenläden gibt es auch kaum mehr und eigentlich sollte unser lokaler Handel dem “San Correo” und der “Santa Aduana” auf immer dankbar sein, denn die grausam schlechte Post und der hinterhältige Zoll sorgen noch dafür, dass der Internethandel hier auf der Insel kaum Arbeitsplätze im Handel vernichtet hat. – Und dann kam die große Zeit der “Compramos Oro-Läden” die auch wie Chinesen aus dem Boden sprossen, und dort trugen nun die Leute den Schmuck ihrer Oma hin und manchmal auch einen Verlobungsring, wenn eben das Wasser bezahlt werden musste, oder die Unelco die rot eingefärbten Mahnungen verschickt hatte. – Meist saßen da blutjunge Mädchen hinter den Panzerglasscheiben, und zahlten lächerliche Beträge für die kleine Schätze aus, und teilweise war das dann schon beklemmend, wenn man mal aus sicherer Entfernung die Szenerie sah, wie da traurige Leute ihren Schmuck in schmucklose Läden trugen, um mit ein bisschen Geld wieder in den Alltag zu tauchen. – Es sind weniger geworden, deutlich wird das bei den Goldankäufern auf jeden Fall und in El Paso hat vor einer Weile sogar der Chinese geschlossen, der in der Innenstadt gegenüber dem Rathaus vor ein paar Jahren aufgemacht hatte. – Aus einem Sonnenbrand wird noch kein Sommer, aber wenn wir das Auftauchen von Billigläden und Goldankäufern damals als Spiegel der Krise betrachtet haben, dann könnte man daraus auch einen Umkehrschluss basteln. – Letztendlich muss jeder selbst für sich beschließen, wann die Krise vorbei ist, und ich habe Monatsende immer Krisengipfel mit meiner Brieftasche, wenn ich die Mieten und das Taschengeld für meine Töchter nach Gran Canaria schicke…

02.08.2015

Aus:  http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2015/08/01/finanz-krise-griechenland-entdeckt-den-tausch-handel/

“In Griechenland boomt der Tauschhandel. Vor allem Bauern machen davon Gebrauch, weil sie über wenig Bargeld verfügen. Die Steuerbehörden betrachten die Entwicklung mit Argwohn. Sie befürchten Einnahmen-Rückgänge.
Früher habe der Tauschhandel vor allem in Familien und kleineren Gemeinschaften eine Rolle gespielt, sagt Haris Lambropoulos, Wirtschaftsprofessor an der Universität Patras. „Jetzt ist dieses Phänomen mehr strukturiert und organisiert.“
Deutlich wird das auch auf den entsprechenden Portalen. Tradenow (www.tradenow.gr), das sich seit drei Jahren als Plattform für den Tauschhandel anbietet, hat seit den Beschränkungen im Finanzwesen die Zahl der Nutzer und das Handelsvolumen verdoppeln können. „Vor den Kapitalverkehrskontrollen mussten wir die Firmen ansprechen, sich registrieren zu lassen“, sagt Firmenchef Yiannis Deliyiannis. „Jetzt melden sie sich von selbst.“ Getauscht werde alles: Eine Autowerkstatt gibt Reifen für eine Duschkabine, ein Unternehmen für Einbruchsalarmsysteme bietet seine Dienste im Gegenzug für Papier und Werbung, ein Metzger aus Athen will Dienstleistungen mit Fleisch bezahlen.
Meistens interessieren sich aber Bauern für die Tauschgeschäfte, denn sie hatten ohnehin wenig Bargeld in den Kassen, als die Banken vorübergehend geschlossen wurden. In der Landwirtschaft kommen die großen Einnahmen erst mit dem Verkauf der Ernte. Kosten fallen das ganze Jahr an. Nun tauschen sie Weizen gegen Tierfutter, Heu gegen Käse oder vermieten Geräte gegen andere Agrarprodukte.

Mit Argwohn betrachten die Steuerbehörden den Tauschhandel, denn ohne Rechnungen lässt sich nicht nachprüfen, ob die Mehrwertsteuer gezahlt wurde. „Tauschhandel ist nicht illegal, solange die rechtlich erforderlichen Dokumente ausgestellt werden“, sagt Christos Kyriazopoulos von der Antikorruptionsabteilung im Finanzministerium. „Wir haben die Entwicklung aber genau im Auge.“”

 

10.01.2015

No land, no food, no life

http://rt.com/shows/documentary/192796-africa-asia-farmers-violence/

The plight of small-scale farmers in Africa and Asia forced off their land by an unprecedented corporate land grab. If they refuse they are subject to horrific violence, which has led to women miscarrying and deaths. Exploring the personal stories of those affected, this documentary gives a voice to threatened subsistence farmers throughout the developing world. If your livelihood was ripped away from you, how would you cope?

Due to copyright restrictions, this video can only be viewed on RT’s live feed. Time of broadcast is available on RT’s schedule page

https://www.youtube.com/watch?v=THKV8hKjExA

https://vimeo.com/ondemand/18458

Mein Kommentar:

I don’t think it’s much better in the developed countries.  It’s just not apparent, as long as people there do not starve.  Obviously there is a plan to refrain people of producing their own needs in subsistence agriculture as self-sufficiency farming in which the farmers focus on growing enough food to feed themselves and their families.

As an example: I received from the municipal authorities of the city of Frankfurt on Main (Germany) a fine of 18135,40 Euro having built a low fence for an apple garden that I bought for 11500,- Euro.

This is an indication that independence or freedom is not really wanted in the “West”, whereby nobody knows how the “West” is defined.  Thus we use terms as “West” in our daily conversation that we could not explain.

08.10.2014

http://www.ardmediathek.de/tv/hallo-hessen/hallo-hessen-ganze-Sendung/hr-fernsehen/Video?documentId=23947574&bcastId=9537582

“Timm Bernhard, Kartoffelhof Bernhard in Friedberg Dornheim (im Service dreht sich alles um die Wunderknolle aus der Erde: die Kartoffel. Ob Pellkartoffeln, Kartoffelsalat oder Pommes: Die Kartoffel ist aus unserer Küche nicht wegzudenken. Über 50 Kilogramm Kartoffeln konsumiert der Deutsche im Durchschnitt pro Jahr. Neben den handelsüblichen Kartoffelsorten hat sich Timm Bernhard auf auch auf alte und seltene Kartoffelsorten spezialisiert. Unser Experte führt uns in die Geheimnisse der Wunderknolle ein und gibt jede Menge Tipps vom Setzen der Kartoffeln bis hin zur Lagerung).”

 

11.09.2014

Cicero über “Cato der Ältere oder vom Greisenalter”,  wie wichtig das Landleben bzw. die Betätigung in einem Garten für ältere Menschen ist, ab Kapitel 51:

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