Nußbau: Kälteschäden an Walnüssen in Sossenheim am 20.04.2017

27.04.2018

Mein Mißerfolg mit den Walnüssen in Sossenheim durch Spätfrost dürfte auf folgendem beruhen:

Ich hätte nur extrem spät-blühende Sorten anpflanzen dürfen wie Fayette oder Parisienne oder spätblühende deutsche Sämlinge, nicht aber deutsche Klone wie 26 (Geisenheim), 120 (Güls an der Mosel), 139 (Weinheim), Weinsberg I usw.  Denn alle vom Reichsnährstand ausgesuchten Walnüsse sind frühblühend und stammen überwiegend aus Weinanbaugebieten und sind somit spätfrostgefährdet.  Dies gilt auch für Klon 26, der entgegen der Literatur auch frühblühend ist, woraus man wieder mal sehen kann, daß in der Literatur fast jeder von anderen nur abschreibt ohne über eigene Erfahrung zu verfügen.

Möglicherweise hat sich eine Klimaänderung in den letzten Jahren ergeben, die ich früher nicht kannte.  In den letzten Jahren treiben die deutschen Klon-Walnüsse ab Anfang oder Mitte April in Sossenheim aus, um in der Konkurrenz mit den anderen Bäumen nicht zurückzustehen.  Dann kam jedoch regelmäßig ein Rückschlag durch Nachtfrost mit Totalverlust, den ich früher nicht hatte.

Soweit jemand kann, sollte er wegen der Spätfrostgefahr Walnüsse an Abhängen pflanzen, damit die Kälte nach unten abziehen kann.  In Sossenheim besteht ein ebenes Tal, sogar mit einigen erhöhten Wegen, die als Kältebrücken fungieren.  Im Frühjahr bildet sich dann auf den Wiesen Nebelschwaden, die nicht abziehen können und zu meinen Walnüssen herüberziehen.

Als Besonderheit muß ich folgendes vermelden:  Auch ein Klon 120, der erste Baum auf dem Wagner-Grundstück, Juglans regia von der Baumschule Bartsch in Geisenheim, war schwarz durch den Frost.  Trotzdem trug er anschließend überreich, muß also später noch einmal geblüht haben, wurde mir jedoch komplett geklaut.  Im Jahr zuvor hatte dieser Baum überreich Nüsse getragen, alle sehr klein, aber von der Figur her die Form von Klon 120, der zu den größten deutschen Klon-Nüssen gehört.

21.04.2017

Kälteschäden an Walnüssen in Sossenheim

In der Nacht vom 19. auf den 20. April 2017 wurden die Walnüsse im Sossenheimer Unterfeld (Frankfurt) komplett vernichtet, sogar alte Bäume bis auf 10 m Höhe hinauf.

Am Tage vorher habe ich noch einige Bäume fotographiert, um festzustellen wie sie am Tag nachher aussehen werden:  Noch gesund war Walnuß  Klon 139 auf Juglans nigra, gepflanzt im Januar 2005:

 

Am 20.04.2017 einen Tag später alles schwarz:

Weitere Schäden:

Klon 26, gepflanzt im November 1993, alle Blätter schwarz:

Klon 281 und Esterhazy, alle Blätter schwarz, männliche Kätzchen schwarz:

Klon 1247, komplett schwarz:

Esterhazy, Wagner-Grundstück, alles schwarz:

Schreiber Grundstück: Klon 1247:  Alles schwarz.

Nicht betroffen war die Apfelblüte, Sossenheimer Streifling:

Apfel Ontario:

Eine relative sichere kleine Walnußernte kann man nur mit den französischen Sorten Franquette und Parisienne erzielen, da sie sehr spät austreiben.  Wegen dem allgemein niederigen Ertrag dieses Jahr werden sie jedoch normalerweise komplett geklaut:

Franquette:

Parisienne:

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