Nußernte

30.09.2013

Walnüsse

Erläuterung zum Einstieg:

Die Bilder der Walnüsse, die im Internet veröffentlicht werden, entsprechen häufig nicht den gelieferten Sorten.  Wahrheitsgemäße Sorten sind vermutlich zu finden bei

http://www.achtplagennuts.nl/?item=sortiment2014

Die Ernte der im November 1993 gepflanzten Walnüsse

http://www.grundeigentum.net/wp-content/uploads/2013/09/Walnuesse_Bartsch_19931115.pdf

begann am Montag, dem 23.09.2013, und zwar Klon 26 gleichzeitig mit Klon 1247.  In den Jahren vorher begann die Ernte immer am 12. September.  Interessant ist, dass Klon 26 in der Literatur immer als spätaustreibend gilt, bei mir aber immer früh austreibt und auch immer neben 1247 als erster die Nüsse abwirft.  Die Nüsse von Klon 26 sowie Klon 139 sind kleiner als bei früheren Ernten.

Die Ernte ist dieses Jahr unterdurchschnittlich und auch sehr stark mit Marssonina juglandis sowie der Walnußfruchtfliege verseucht:

http://de.wikipedia.org/wiki/Walnussfruchtfliege

http://gruenguertel.kremser.info/wp-content/uploads/Hobby_07_2012.pdf

Gegen Marssonina juglandis müßten die Bäume mit einem Pilzgift gespritzt werden, das auch für Schorf verwendet wird.

Wegen der vielen kranken Nüsse und der späten Reife kommt die Ernte zwischen den frühen und den späten Sorten durcheinander, d. h. auch Weinsberg 1 und Klon 139 liegen schwarz am Boden aber für den privaten Gebrauch noch verwendungsfähig.  Die gesunden Nüsse von Klon 139, Weinsberg 1 und Esterhazy II sind aber noch nicht aufgeplatzt.  Aber die Blätter der noch gesunden späten Nüsse fallen auch schon runter, so dass es zunehmend schwer wird die Nüsse zwischen dem Laub zu finden.  Besonders stark haben die beiden Esterhazy II gelitten.  Die meisten Nüsse hängen schwarz und vertrocknet an den Zweigspitzen.  Dabei sind gerade diese besonders groß und wohlschmeckend (fettreich) im Unterschied zu den eher trockenen Weinsberg 1.

Die Spaziergänger suchen wie verrückt in Sossenheimer Unterfeld nach Nüssen, haben aber bisher meinen Zaun beachtet.

Beurteilung der Sorten:

Esterhazy II ist meine Lieblingssorte;  denn sie ist groß, schmeckt gut, ist fettreich, mit dünner Schale, und man kann sie mit einem runden Nußknacker knacken, ohne den Inhalt zu beschädigen.  Allerdings habe ich weder dieses Jahr noch im vergangenen Jahr Esterhazys geerntet.  Diese wurden ab Juli/August schwarz, vertrockneten, fielen zu Boden und waren nicht mehr zu gebrauchen.

Am nächstbesten schmecken mir Klon 26 sowie Klon 1247.  Beide sind auch sehr fettreich und haben guten Geschmack, sind aber kleiner als Esterhazy II.  Allerdings füllt der Kern insbesondere bei Klon 26 die Schale sehr eng aus, so daß man die Nuß kaum knacken kann, ohne der Kern zu beschädigen.  Bei 1247 scheint mir das etwas weniger zu sein.

Klon 139 ist immer erkennbar an den braunen Isoquanten, die den Kern durchziehen.  Neben schönen Nüssen gibt es auch viele kleinere.  Die Kerne schmecken nicht so trocken wie Weinsberg 1;  der Kern hängst nicht so eng an der Schale, so daß der Kern beim Knacken normalerweise nicht beschädigt wird.

Klon 120 ist sehr groß, wie etwas Weinsberg 1, hat eher trockenen Geschmack, läßt sich jedoch wie Weinsberg 1 knacken, ohne daß der Kern beschädigt wird.

Als größte Nuß hat dieses Jahr erstmals Aufhauser Baden zahlreiche große Nüsse getragen, gar keine kleinen Nüsse und interessanterweise fast ohne Marssonina und Walnußfruchtfliege. Der Kern ist hell und schmeckt sehr gut, beim Knacken der klobigen Schale wird normalerweise der Kern nicht beschädigt.  Auch diese Nuß durchziehen braune Isoquanten.  Inwieweit sie fettreich ist, kann ich noch nicht sagen, weil die Nüsse noch nicht trocken sind.

Die französischen Sorten Franquette und Parisienne haben dieses Jahr auch sehr schön getragen.  Franquette-Nüsse sind  fast alle ziemlich groß und typisch spitz zulaufend.  Die Parisienne-Nüsse waren zur Häfte mittelgroß und die zweite Hälfte kleiner.  Beide Nüsse waren bei mir relativ wenig von Marssonina und Walnußfruchtfliege befallen, hatten also meistens eine braune äußere Schale, nachdem sie gefallen waren.

Klon 286 sieht wie Klon 26 aus nur etwas kürzer.

Klon 26, 286 und 139 hatten sehr viele schwarze Nüsse beim Fallen, und zwar sowohl bei der Unterlage Juglans regia als auch Juglans nigra (letztere von Anton Schott).  Sie sind also nicht marktfähig und müssen gebürstet werden, was sehr viel Zusatzarbeit macht.  Dann dürften sie meistenteils verkaufstfähig sein.  Interessanterweise hatten die Walnüsse vom Rewe aus Chile ebenfalls schwarze Stellen, sind also vorher gebürstet worden.

Bei Klon 120, der wirklich großen Nuß, die sich gut unbeschädigt knacken läßt, habe ich folgende Erfahrung gemacht.  Beim Schreiber-Grundstück habe ich einen Klon 120 von Anton  Schott auf Juglans nigra, der fast keine Marssonina und Walnußfruchtflliege hatte, während die Klone 26 und 139 stark befallen waren.  Der Klon 120 von Bartsch 1993 auf Juglans regia trug fast nichts, während auf dem Grundstück mit dem schiefen Baum auch die Sorten Klon 120 auf Juglans nigra von Anton Schott befallen waren.  Es läßt sich also noch nicht begründen, warum gerade Klon 120 auf dem Schreiber-Grundstück fast fehlerfrei war.  Es handelt sich überall um ehemaliges Auengelände und als Unterlage sowohl Juglans regia als auch Juglans nigra.

Zum Lagern und Aufhängen an der Wand zum Schutz vor Mäusen für trockene Nüsse eignen sich Kunststoff-Kartoffelsäcke mit engen Maschen.  Mein im September unvermutet verstorbener Nachbar Erwin Zimmermann, der eine große Walnuß einer angeblich argentinischen Sorte hat, hob sie in einem Metallsack an einem Balken auf.

Eßkastanien:

Die Ernte der Eßkastanien begann dieses Jahr am Freitag, dem 27. September wieder mit der steiermärkischen Ecker 1.  Zunächst lagen zahlreiche unbefruchtete kleine stachlige taube Früchte auf dem Boden, aber auch schon einige Früchte mit großen Eßkastanien.  Am 29. September waren dann schon sehr viel mehr große Früchte gefallen, so dass inzwischen wohl die Hälfte geerntet worden sind.  Auch die veredelte großfrüchtige Chataigner griffe beginnt Früchte abzuwerfen.

http://www.grundeigentum.net/wp-content/uploads/2013/09/Infos_E%C3%9Fkastanien_2013.pdf

Allerdings sind diese noch nicht aufgeplatzt.

Die Marone von Lyon und der Sämling waren am 29.09. noch nicht so weit.  Als der Sämling im vergangenen Jahr seine riesige Menge an Früchten abwarf, waren sie alle noch weiß, und so wird es dieses Jahr vermutlich auch so sein.

Die von mir gepflanzten Sämlinge aus der Kanareninsel La Palma haben die Farbe wie die Marone von Lyon und werden von mir im nächsten Jahr gepfropft.

Bemerkungen zu Walnüssen:

Die gekaufte Sorten stimmen häufig nicht mit den fruchtenden Bäumen überein.  Auf dem Wagnergrundstück habe ich einen Klon 26 bei Bartsch in Geisenheim gekauft, der sich allerdings als Klon 120 herausgestellt hat. Beim Schreiber-Grundstück vom Schott/Breisgau über Baumschule Heinrich, Bischofsheim bezogen ein Klon 286, der sich ebenfalls als 120 herausgestellt hat.  Von der Baumschule Brenninger ebenfalls ein Klon 286 gekauft, der sich als Aufhauser Baden (Pferdenuß) herausgestellt hat.

Auch die Austriebszeiten scheinen nicht zu stimmen mit der Literatur.  Neben dem Klon 1247 treibt bei mir immer parallel Klon 26 als erster aus, obwohl letzterer in der Literatur als spätaustreibend beschrieben wird.

23.10.2013

Der Beginn der ersten Ecker 1 bgann am 27.09.2013 und dauerte ca. zwei Wochen, anschließend kamen die Marone von Lyon gemeinsam mit der großfrüchtigen Chataigner griffe.  Letztere hat sehr starke Stacheln und kann nur mit Lederhandschuhen geöffnet  werden, sofern die Schale beim Herabfallen noch nicht offen ist.

Die Ecker 1 ist unvermindert ziemlich groß, während die Marone von Lyon dieses Jahr kleiner zu sein scheint.  Die Chataigner griffe unverändert groß, allerdings einige Kastanien am Fruchtboden nicht ganz ausgewachsen.  Der Sämling begann am 17. Oktober abzuwerfen, und da wir zur Zeit fast sommerliche Temperaturen haben werden alle Früchte reif und eine große Menge kleinerer Früchte erbringen.

Zum Geschmack:  Seit Ende September bestreite ich eine Tagesmahlzeit mit Eßkastanien.  Ich verzichte auf die gelochte Pfanne, da ich dann ständig die Pfanne wenden und den Herd überwachen muß.  Vielmehr schneide ich einen Kreuzschnitt in die Kastanien und lege sie dann 15 Minuten in kochendes Wasser.  Die äußere und die innere Schale lassen sich dann leicht abziehen.  Dabei ist folgendes bisher feststellbar:  Am besten schmeckt die Ecker 1, die bei mir ziemlich viel Zucker hat.  Allerdings haben zwei Hälften der Kastanie eine Einbuchtung, aus der man die feine innere Haut schwieriger entfernt, so dass die Kastanie schnell in zwei Teile zerbricht.    Die innere Haut ist vergleichsweise bitter, muß also entfernt werden.

Die goßfrüchtige Chataigner griffe läßt sich sehr leicht schälen, weil sie keine Einbuchtung hat, ist allerdings nicht so süß wie die Ecker 1.  Sie dürfte sich deswegen gut für kandierte Früchte eignen.

Die Marone von Lyon ist nicht so süß, hat auch die Einbuchtung, läßt sich aber insgesamt nicht so gut schälen.  Ihre innere Haut ist allerdings kaum bitter, so dass sie zur Not auch ohne Entfernung der inneren Haut gegessen werden kann.

Der Sämling hat auch Einbuchtung und schmeckt weniger süß als Ecker 1.

Die Früchte aus den Sämlingen von La Palma sind sehr klein und ziemlich süß.

Im kommenden Fräühjahr werden ich versuchen die Sämlinge von La Palma auf die goßfrüchtige Chataigner griffe zu kopulieren, weil diese gekocht sich am unproblematischsten schälen lassen.

Die Eckel 1 halten sich leider nur 2 bis 3 Wochen, anschließend sind sie nicht mehr zu gebrauchen, da sie schwarze Stellen bekommen, entweder an der Spitze oder an den Einbuchtungen der Haut, die dann bald das ganze Fruchtfleisch  verderben.  Die Marone von Lyon vertrocknet viel eher, als dass sie die schwarzen verdorbenen Stellen bekommt.  Mir scheint es am sinnvollsten zu sein, dass man die Eßkastanien auf Holzsteigen im Freien aufhebt, wo sie gelegentlich naß werden.  Dadurch scheinen sie sich besser zu halten als durch Aufbewahrung in einem kühlen trocknen Keller, wo sie schnell eintrocknen.

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